11.09.22 | Jakoby’sche Israelitische Heil- und Pflegeanstalt | #heimatgeschichte

#heimatgeschichte | Die ehemalige Jakoby’sche Israelitische Heil- und Pflegeanstalt in Bendorf und ihre Geschichte

Die Jakoby’sche Heil- und Pflegeanstalt, gegründet vom Kaufmann Meier Jakoby, war eine Einrichtung insbesondere für jüdische „Nerven- und Gemüthskranke“.

Am Tag des offenen Denkmals wird es um 14 Uhr eine Führung mit Dietrich Schabow geben, mit anschließendem kurzen Vortrag über die Geschichte der ehemaligen Jakoby’schen Anstalt.

Die ehemalige Jacoby’sche Anstalt ist am 11.09.2022 lediglich im Rahmen der Führung zugänglich.

Treffpunkt: 14 Uhr am Haupteingang.

Sie bestand von 1869 bis 1942 und endete mit der Deportation und Ermordung der Bewohner und Pflegekräfte. Von 1951 bis 1997 unterhielten die Salesianer Don Boscos eine Schule mit Internat, dem „Knabenheim Kemperhof“.

Die Gebäude wurden 1999 von der Josefs-Gesellschaft übernommen, die dort Wohnangebote für Menschen mit Behinderung geschaffen hat.

Schwarzweißfotografie. Diese Aufnahme zeigt den Eingangsbereich und ein weiteres Gebäude der ehemaligen im Jahr 1869 von Meyer Jacoby gegründeten Jacoby’schen Heil- und Pflegeanstalt, gelegen in der Koblenz-Olper-Straße in Bendorf-Sayn. CC BY-NC-SA @ Stiftung Sayner Hütte, Rheinisches Eisenkunstguss-Museum

Die Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt war eine Einrichtung insbesondere für jüdische „Nerven- und Gemütskranke“. Sie bestand von 1869 bis 1942. Ab Dezember 1940 war die Heilanstalt ein Teilstück in der Organisation der NS-Judenverfolgung – des Holocausts. Die Familie Jacoby wanderte im Jahr 1940 nach Uruguay aus. Ihr Besitz wurde beschlagnahmt und die Vermögensverwaltung wurde auf die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland übertragen. Ab dem Jahr 1942 wurden die Bewohner des Hauses und das jüdische Pflegepersonal deportiert. Ihre Spur verliert sich in den NS-Vernichtungslagern des Ostens. Mit Runderlass des Reichsinnenministers vom 10. November 1942 wurde die Heil- und Pflegeanstalt aufgelöst. Danach wurden die Gebäude zweckentfremdet und dienten u.a. als Wehrmachtslazarett und als Hilfskrankenhaus der Stadt Koblenz. Um das Jahr 1950 übernahm der Orden der Salesianer Don Boscos das Anwesen und errichtete dort ein Knabenwohnheim. Die ehemalige Haussynagoge im Hauptgebäude wurde als römisch-katholische Kapelle verwendet. Nach dem Auszug der Salesianer standen die Gebäude zunächst leer. Das ältere Hauptgebäude wurde in den 1960er Jahren abgerissen. Heute noch erhalten ist das Hauptgebäude mit Festsaal und Synagoge. Vor den Gebäuden wurde am 17. November 2002 ein Denkmal zur Erinnerung an die Geschichte und das Schicksal von Patienten und Mitarbeitern der ehemaligen Jacoby’schen Anstalten aufgestellt.

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