Die Bäche & Auen der Umgebung

Naturnahe Flussauen sind wahre Wunder der Natur. Sie erfüllen nicht nur eine einzige Aufgabe, sondern bieten eine ganze Palette von Vorteilen, die uns und der Umwelt zugutekommen. Stell dir vor, du spazierst entlang eines Flussufers, wo sich das Wasser mal sanft an die Ufer schmiegt und dann wieder wild und frei in die Wiesen ausbricht. Das ist der Zauber einer naturnahen Flussaue.

+++ Lebensraum für Artenvielfalt +++ Ökologische Dynamik +++ Biodiversität +++ Naherholung und Bildung +++ Klimaresilienz +++ Hochwasservorsorge +++

Diese magischen Orte sind nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllen auch wichtige Funktionen. Wenn es regnet und der Fluss über die Ufer tritt, sind es die Flussauen, die wie natürliche Schwämme überschüssiges Wasser aufsaugen. Sie halten die Fluten zurück und schützen so die angrenzenden Gebiete vor verheerenden Überschwemmungen.

Doch das ist noch nicht alles. Die Vielfalt dieser Landschaften schafft ein Zuhause für eine erstaunliche Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Denk nur an den bunten Eisvogel, der über das Wasser huscht, oder den eleganten Flussregenpfeifer, der seine Jungen in Kiesnestern großzieht. Libellen flirren in der Luft, während fleißige Wildbienen von Blume zu Blume summen. Sogar Amphibien haben hier einen Ort, den sie Heimat nennen können.

Was diese Flussauen so besonders macht, ist ihre natürliche Dynamik. Sie verändern sich im Laufe der Zeit, lassen Flussbetten wandern und schaffen so eine ständig wechselnde Landschaft. Diese Veränderungen sind ein Geschenk für die Natur, da sie verschiedene Lebensräume schaffen und erhalten.

Aber nicht nur die Natur profitiert von diesen Auen. Auch wir Menschen haben unseren Spaß daran. Wir können entlang der Ufer spazieren, die Vögel beobachten, uns auf dem Rad austoben oder einfach nur die Ruhe genießen. Und während wir all das tun, lernen wir auch noch etwas über die Umwelt und wie wichtig es ist, sie zu schützen.

Diese Auen sind nicht nur hübsche Landschaften. Sie sind auch Helden im Kampf gegen den Klimawandel. Sie helfen, überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu binden, den Wasserkreislauf zu verbessern und somit die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Also denk daran, wenn du das nächste Mal an einem Fluss entlanggehst, dass es nicht nur Wasser ist, das dort fließt. Es ist Leben in all seinen Formen – ein Tanz zwischen Mensch und Natur, der uns daran erinnert, wie kostbar und verwoben unsere Welt ist.

+++ Brexbach +++ Saynbach +++ Wibelsbach +++ Nauorter Floß +++ Hatternbach +++ Obergraben +++ Mühlenbach +++ Großbach +++ Iserbach +++ Steinebach +++ Eisenbach +++ Wüstenbach +++ Ferbach +++ Feisternachtbach +++ Wambach +++ Meerbach +++ Hillscheider Bach +++ Aubach +++ Felsgraben +++ Sessenbacher Floß +++ Wirscheider Floß +++ Stebach +++ Rödgesbach +++ Ommelsbach +++ Großmaischeider Bach +++ Iserbach +++ Mühlgraben +++ Burbach +++ Siehrsbach +++ Thalhausener Bach +++ Reilbach +++

FFH-Gebiet 5511-302 | Brexbach- und Saynbachtal

Größe | 2.014 ha +++ Landkreise und kreisfreie Städte | Mayen-Koblenz, Neuwied, Westerwaldkreis +++ Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden | Bendorf, Dierdorf, Höhr-Grenzhausen, Neuwied, Ransbach-Baumbach, Rengsdorf, Selters (Westerwald)

Der Niederwesterwald ist eine Hochfläche des Schieferberglandes. Zahlreiche Bäche fließen in Tälern dem Mittelrhein zu. Hierzu zählen auch der Brexbach, der im Bereich der Montabaurer Höhe und der Saynbach, der auf den Niederwesterwälder Hochflächen entspringt. Die tief eingeschnittenen windungsreichen Täler dieses Fließgewässersystems sind wichtige Vernetzungsachsen im Westerwald. Die Bäche verlaufen im Wald und weisen für Mittelgebirgsbäche typische naturnahe Abschnitte auf.

Die naturnahen Fließgewässerlebensräume der bewaldeten Gewässerabschnitte von Brex- und Saynbach zeichnen sich aus durch eine herausragende Strukturvielfalt und gute, teilweise auch sehr gute Wasserqualität. Zu den seltenen und gefährdeten Tierarten dieser Lebensgemeinschaft gehören der Steinkrebs, die Gemeine Flussmuschel, die Fischarten Groppe, Äsche, Schneider und der Lachs, der hier wieder heimisch geworden ist. Die teilweise hohe Siedlungsdichte der Wasseramsel und das partielle Vorkommen der beiden Prachtlibellenarten Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) und Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), sowie am Brexbach der Gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentata), zeichnen das Bachsystem weiter aus.

Bei den begleitenden Waldgesellschaften dominieren Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder. Je nach Standort sind an den steilen, felsigen Talflanken Gesteinshaldenwälder und lichte Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder ausgebildet. Auenlebensräume mit Sumpf- und Bruchwäldern sind mit extensiv genutzten Mähwiesen verzahnt, beispielsweise am Brexbach östlich des Ortes Höhr-Grenzhausen.

Naturnahe strukturreiche Buchen- Eichenwälder mit Altholzinseln aller Altersstadien und über 150 Jahre alten Laubbäumen im Bestand wie im Bereich der Ortschaft Sessenbach, sind von besonderer Bedeutung für Spechte als Höhlenbrüter, den auf Totholz angewiesenen Hirschkäfer und für Fledermäuse, die hier Quartiere finden und in den Bachtälern auf die Jagd gehen.

Steckbrief zum FFH-Gebiet
Natura 2000 – Rheinland-Pfalz

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